Imagine all the TV shows: Serien gegen den Terror

Foto: Pixabay

Das US State Department (etwa: „Außenministerium“) hat offiziell die Entwicklung einer Dramaserie ausgeschrieben. Bis zum 25. Mai können Produktionsfirmen Konzepte „to combat violent extremism“ einreichen. „Violent extremism“, auch bekannt als „Terrorismus“, soll in Afghanistan an der (jungen) Wurzel bekämpft werden und man hofft, dass die Feder wirklich mächtiger ist als das Schwert.

Die Ausschreibung der US-Botschaft im Detail:

„PAS Kabul invites all eligible organizations to submit a proposal for a television drama series that addresses the issue of countering violent extremism among young people in contemporary Afghan society. […] television drama series in which young people grapple with everyday frustrations and lack of opportunity, while growing and learning through new experiences. The drama will be grounded in reality but will also contain compelling creative content. […] In short, it will strive to be entertaining while challenging viewers to engage in critical thinking by placing characters in situations where they are faced with a choice: support universal values of tolerance and peace or be drawn into the dark world of extremism.

Das Projekt ist mit 1,5 Millionen Dollar gedeckelt, womit Stoffentwicklung und Ausstrahlung in Afghanistan finanziert werden. Das Ganze ist keine ganz schlechte Idee und kann langfristig vielleicht funktionieren.

Serien als unterschwellige Propaganda zu verwenden ist natürlich keine ganz neue Idee. Anstatt aber die eigene Bevölkerung auf den „Kampf gegen den Terror“ einzuschwören oder pro-militaristische Werte im Heimatland zu promoten, versucht man, eine neue Zielgruppe anzusprechen.

Mir persönlich ist alles recht, wenn am Ende nur eine gute Serie steht. Aber ich habe noch fünf andere Ideen, wie man Serien zur Terrorismusbekämpfung einsetzen könnte:

  1. Folter. Schlafentzug inkl. Death Metal-Beschallung oder Waterboarding sind bereits im Einsatz. Mir würden da ein paar Serien einfallen, die den härtesten Dschihadisten nach spätestens drei Folgen zum Reden bringen würden. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass man mit diversen Reality-Formaten vermutlich noch schneller ans Ziel kommt.
  2. Hat man den Drahtzieher der Anschläge von Paris nicht dank einer Pizzabestellung festgenommen? Wenn sich die Terrorplaner schon nicht von westlichem Junkfood fernhalten können, dann werden sie auch nicht auf ihre Serien verzichten wollen. Da sowieso alle Verbindungsdaten von jedem erfasst werden, braucht man nur schauen, wer in Europa irakisches oder syrisches Netflix streamt. (Funktioniert aber nur, wenn Netflix das Geoblocking wieder deaktiviert, wofür ich besonders plädiere. Nicht wegen mir, für die Sicherheit!)
  3. Eine gefährliche Strategie wäre hingegen, diese Wahnsinnigen von ihren Serien abzuschneiden. Das würde vermutlich zu einer noch weiteren Radikalisierung beitragen. Dann lieber auf die Macht der Serie vertrauen und hoffen, dass die Schläfer in ihrer Bequemlichkeit versumpfen, während sie auf die nächste Staffel warten.
  4. Bildungsfernsehen: Es wäre höchst an der Zeit, regelmäßig zu vermitteln, welches Kabel man denn jetzt durchschneidet. Ist es wirklich immer das rote? Oder ist der Trick, dass ich die Zange zu einem hinhalte und mich eine Sekunde vor Ablauf doch noch für ein anderes entscheide? Oder gibt es wirklich immer einen Ausschalter?
  5. Nicht aufhören, Serien zu gucken. Weiter mitlachen und -weinen, darüber diskutieren, lesen, schreiben und streiten. Solange wir noch schauen, haben diese Arschlöcher nicht gewonnen.
sherlock
Gif: BBC

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