Best of 2016 #1 – Marcus

Ein (kleiner) Teil des Ensembles von "Orange is the New Black"; Foto: Lionsgate TV

Neue überragende Dramaserien, die auf viele Staffeln angelegt sind, waren im ablaufenden Jahr nicht in Sicht. Der Trend geht zu Miniserien und kleineren nicht englischsprachigen Produktionen.

Platz 10 – „Grace & Frankie“, 2. Staffel

Der Vorjahresneuling von Netflix konnte das Niveau in der Folgestaffel mühelos halten und sogar noch steigern. Dabei kann die Comedy mit Jane Fonda und Lily Tomlin neben allem Humor auch als feministisches Statement gelesen werden, das sich zudem mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Sex im Alter oder umweltschonender Produktion von Körpercremes auseinandersetzt.

Gemeinsam in Würde alt werden: Frankie (Lily Tomlin) und Grace (Jane Fonda); Foto: Netflix

Platz 9 – „Girls“, 5. Staffel

Kurz vor Schluss legt Lena Dunhams Dramedy noch mal zu und liefert eine der besten Staffeln ab. Ob Shoshanna in Tokio, Hannah mit ihrer Mutter im Wellness-Urlaub oder die (w)irre Beziehung von Jessa und Adam: großartig!

Wohin führt der Weg? Hannah Horvath (Lena Dunham) in Staffel 5; Foto: HBO

Platz 8 – „Outsiders“, 1. Staffel

In Zeiten, in denen man glaubt, fast jede Serienidee schon mehrfach gesehen zu haben, wirkt dieser Neustart des kleinen US-Kabelsenders WGN America einfach erfrischend. David Morse und Thomas M. Wright liefern sich ein Duell in einer faszinierend fremden Welt selbstgewählter Außenseiter. Neben deren faszinierenden Bräuchen kommen auch die Actionszenen in Form von Quad-Verfolgungsjagden durch den dichten Wald nicht zu kurz.

Ungewaschen, ungehobelt: Einige prominente Mitglieder des Farrell-Clans; Foto: WGN America

Platz 7 – „3%“, 1. Staffel

Die erste brasilianische Netflix-Serie ist eine ebenso spannende wie sozialkritische Science-Fiction-Dystopie, die wie eine Fortschreibung unserer gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaften wirkt. Ein Beweis dafür, dass man auch mit niedrigem Budget und unbekannten Schauspielern eine faszinierende und niederschmetternde Welt erschaffen kann.

Am anderen Ende des Verfahrens wartet die Hoffnung auf ein besseres Leben; Foto: Netflix

Platz 6: „Halt and Catch Fire“, 3. Staffel

Die neue Staffel des AMC-Dramas wartet mit einem Ortwechsel und – mittendrin – auch noch einem Zeitsprung auf. Zu Beginn etwas holprig, nimmt die Handlung in der zweiten Hälfte an Fahrt auf und bietet zudem viele tolle Charaktermomente.

Die Gang, wiedervereint – aber für wie lange? Foto: Tina Rowden/AMC

Platz 5: „The Affair“, 3. Staffel

Kann man noch nicht so echt viel zu sagen, weil erst ein paar Folgen gelaufen sind. Aber es ist nach wie vor sehr spannend, mit erstklassigen SchauspielerInnen und schön gefilmt.

The Affair Staffel 3
Nach wie vor problembeladen: die zentralen Protagonisten in „The Affair“-Staffel 3;Foto: Steven Lippman/Showtime

Platz 4 – „The Night Of“, 1. Staffel

Eine Sleeper-Miniserie, die noch recht unoriginell anfängt und sich immer weiter steigert. Am Ende hat man ein großartig detailliertes Porträt des US-Strafsystems gesehen – und was es mit einem Einzelnen macht, der in seine Fänge geraten ist. Tolle Darstellerleistungen von John Turturro, Riz Ahmed und Michael K. Williams.

Zwei, die sich brauchen: der heruntergekommene Anwalt und der naive Klient; Foto: HBO

Platz 3 – „American Crime Story“, 1. Staffel: „The People v O.J. Simpson“

Noch ein neues Justizdrama, diesmal mit Schwerpunkt auf dem Gerichtsverfahren. Mit der Aufbereitung des absurden Prozesses gegen den Ex-Footballstar liefern Ryan Murphy und Brian Falchuk ihr Meisterstück ab. Das Darstellerensemble wurde zu Recht für sämtliche wichtigen TV-Preise nominiert.

american crime story
Absurde Possen vor Gericht: der Prozess gegen O.J. Simpson; Foto: Ray Mickshaw/FX

Platz 2 – „Rectify“, 4. Staffel

Ein würdiges Finale für eine der besten Dramaserien der vergangenen Jahre, die ihr von Anfang an hohes Niveau bis zum Schluss gehalten hat – heutzutage eine Seltenheit. Alle Figuren machen eine Entwicklung durch und sie führt eigentlich nie dahin, womit man zu Beginn gerechnet hatte. In einer gerechten Welt wären Aden Young und Abigail Spencer für jeden Fernsehpreis der Welt nominiert.

rectify staffel 4
Freiheit ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat: Daniel in der Finalstaffel; Foto: Sundance TV

Platz 1 – „Orange is the New Black“, 4. Staffel

Die vielleicht wichtigste Serie im derzeitigen US-Fernsehen/Streaming. Der Humor ist nach wie vor herrlich abgedreht, das Ensemble divers und liebenswert – und dann kommen plötzlich diese Stimmungswechsel, die einen treffen wie ein Faustschlag in den Magen. Bis auch der letzte Zuschauer verstanden hat: Das Versagen der Gefängnismitarbeiter ist systembedingt.

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