All-Time Faves (3): Haris Lieblingsserien

Partners in Crime: Jesse Pinkman und Walter White; Foto: Sony TV

Listen sind ja so beliebt, da leiste ich gerne meinen Beitrag. Die Auswahl ist natürlich schwerstens subjektiv und die Ordnung alphabetisch. Aber „Oz“, „The Wire“ und „South Park“ bilden wohl die Top 3. Enjoy!

Breaking Bad – The One Everybody Has Seen

Die Serie nicht zu erwähnen, damit würde man sich nur in die Tasche lügen. „Breaking Bad“ hat erzählerisch beeindruckt und war der bisherige Kritiker- und Publikumsliebling der goldenen Seriengeneration. Wie sich Walter White (Bryan Cranston) immer näher an den Abgrund bewegt, ist definitiv ein besonders Seherlebnis.

Frühes Beispiel für (deutschsprachiges) Qualitätsfernsehen mit echten Wienern; Foto: © ORF

Ein echter Wiener geht nicht unter – The One From Austria

Auch wenn das hier gesprochene Wienerisch  der Familie Sackbauer im Gemeindebau für viele nur schwer verständlich sein dürfte, „Ein echter Wiener geht nicht unter“ ist von im österreichischen Fernsehen bisher nicht mehr erreichter Qualität. Obwohl die Serie aus den 70ern stammt, kann sie es mit der inzwischen gewohnten modernen Qualität locker aufnehmen.

Der Piranha im Haifischbecken: Frank Underwood (Kevin Spacey); Foto: © Netflix

House Of Cards – The One Where The Ring Knocks On The Table

Politische Intrige vom Feinsten, sicher nicht jedermanns Sache. Aber wie sich Frank Underwood (Kevin Spacey) durch das Haifischbecken Washington manövriert und dabei doch selbst der größte Fisch im Teich ist, gehört zum Besten, was gerade nicht im Fernsehen läuft. HBO & Co. können sich warm anziehen, wenn Netflix so weitermacht.

Der Serienpionier im US-Kabelfernsehen; Foto: © HBO

OZ – The One That Began It All

Das erste One Hour-Drama von HBO: ein Gefängnis, ein Versuch, eine grandiose Besetzung. Wer die Serie verließ, bekam kurz darauf bei einer anderen guten Show einen Platz (Edie Falco bei den „Sopranos“, um nur das prominenteste Beispiel zu nennen). Mit „Oz“ wurden die Maßstäbe an Nacktheit, Gewalt und Erzählweise gesetzt, die wir heute bei HBO als Standard voraussetzen.

Die Kreativität war größer als der kommerzielle Erfolg: Bryan Fullers „Pushing Daisies“; Foto: © ABC

Pushing Daises – The One With The Production Design From A Candystore

Eine zuckersüß-morbide Liebes-Kriminal-Geschichte um den Kuchenbäcker, der Tote zum Leben erwecken kann und dadurch versucht, Morde aufzuklären. Seine Jugendliebe zurückzuholen war zwar nur eine bedingt gute Idee, sorgt aber für einige reizende Momente. Auch wenn das Ende nach der zweiten Staffel etwas abrupt daherkam, allein die Ausstattung gehört zum Besten, was man im (zumindest Network-) Fernsehen je gesehen hat.

Ebenso heftige wie packende Geschichtsstunde: „Rome“; Foto: © HBO

Rome – The One With Blood And Betrayal

Die Erwähnung zweier Legionäre – Titus Pullo (Ray Stevenson) und Lucius Vorenus (Kevin McKidd) – in „De Bello Gallico“ von Julius Cäsar reichte aus, um mit ihnen die ebenso wechselhafte wie blutige Geschichte Roms unter Cäsar und Marcus Antonius zu zeichnen. Das wahrscheinlich beste darstellerische Ensemble, das jemals für HBO ans Werk ging, erweckt die Gosse und den Senat, die Schlachtfelder und Bauernhöfe, Rom und Alexandria zum Leben. Leider viel zu kurz.

Dreckiger Look und dirty Cops: „The Shield“; Foto: © FX

The Shield – The One That Is Just Dirty

Da wackelt die Kamera recht ordentlich und der studentische Look geht bis zum Ende nicht weg. Das Gezeigte entspricht dem Bild: eine abgefuckte Polizeistation in einem üblen Viertel von L.A. Die dort ansässige Special Unit, angeführt von Vic Mackey (Michael Chiklis), nimmt es mit den Dienstvorschriften nicht so genau und lässt auch den einen oder anderen Dollar in die eigene Tasche wandern.

Die etwas andere Familienserie: „Sons of Anarchy“; Foto: © FX

Sons Of Anarchy – The One Where It Is All About Family

Kurt Sutters erste eigenverantwortete Serie und gleich eine spannende Familientragödie Marke Shakespeare im Bikermilieu von Kalifornien. Die „Sons“ rund um Jax (Charlie Hunnam) müssen sich nicht nur mit ihren eigenen Befindlichkeiten, sondern auch mit US-amerikanischen Behörden, allerlei kriminellen Organisationen und der eigenen kleinen Heimatstadt herumschlagen. Prädikat: awesome!

Die erste Animationsserie auf einer torrent-Liste; Foto: © Comedy Central

South Park – The One With No Respect

Frech, frecher, „South Park”. Auch Animation hat seine Berechtigung, selbst wenn das narrative Element eher in den Hintergrund rückt. Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone nehmen alles und jeden auf die Schaufel und benutzen sowohl den Vorschlaghammer als auch die ganz feine Klinge. Eifriger Konsum von (amerikanischer) Popkultur und Politik erhöht das Sehvergnügen ungemein.

Der coolste Hund in Baltimore: Omar Little (Michael K. Williams); Foto: © HBO

The Wire – The One That Is A Masterpiece

Vermutlich die bisherige Spitze des Eisberges, was den objektivierbaren Begriff der Qualität betrifft. Inhaltlich vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wie die einzelnen Schichten von Baltimore City der Reihe nach abgeschält und detailliert betrachtet werden, verdient einfach Respekt.

13 comments

  1. Bisher beste Liste! =)
    Meine Liste würde folgendermaßen aussehen (falls es jemand interessiert):

    1. Braeking Bad ~ Perfekte Mischung von Charakterentwicklung und Storyfortschritt (inklusive extremer Spannungskurven!).

    2. Boardwalk Empire ~ Klasse Ausstattung, bril­lante Schauspieler, interessante Figuren & eine schöne Geschichte.

    3. House of Cards ~ Nie war Politik spannender gezeigt wurden mit einem in seiner eigenen Liga spielenden bittebösen Kevin Spacey und hervorragenden Nebendarstellern, allen voran Keta Mara!

    4. Sons of Anarchy ~ Spannende Bikerserie mit einer klasse musikalischen Untermalung.

    5. Hannibal ~ Nicht nur das Pay-TV macht super Serien. Das sieht man an dieser Serie. Mit einem perfekt besetzten Mads Mikkelsen als Hannibal Lecter. Ein visuelles Meisterwerk! Für mich die beste Horrorserie auf dem Markt. Da kommt kein American Horrorstory ran und auch kein Penny Dreadful.

    6. Ray Donovan ~ Ein Mafia ähnliches Geflecht in Hollywood, Boxen, ein Katholischer Priester und dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit. Was will man mehr? 🙂 Leider war das Ende der 1. Staffel etwas schwächer, aber dafür gibt es ja eine 2. Season um das wieder etwas gerade zu biegen. 😉

    7. Game of Thrones ~ Kino in Serie! Einziges Manko ist der extrem schleppende Storyfortgang.

    8. Homeland ~ Gerade noch so bei meinen Lieblingsserien. 2 vorzügliche Staffeln, die das Wort „Spannung“ fast schon neu definiert haben und eine katastrophale 3. Staffel.

    Hoffe ihr geht mit der Auflistung konform. Bin auf weiter Listen gespannt. Vielleicht ja noch jemand Hannibal drin. 😉

    Gruß

  2. Interessante Liste. Hab sogar etwas entdeckt, von dem ich vorher noch nie gehört habe. Danke! Meine wäre:

    1. The Wire
    2. Heimat (Triologie)
    3. Breaking Bad
    4. Sopranos
    5. Borgen
    6. Xanadu
    7. Eine schrecklich nette Familie
    8. About Kate
    9. Ray Donovan
    10, Lava Lava

    Grüße

    1. Auch eine interessante Zusammenstellung – vor allem „Xanadu“ habe ich noch nie auf einer solchen Liste gesehen: die „HBO-Style-Serie to top all HBO-series“ – oder so ähnlich ;).
      Und Borgen wäre bei mir zumindest ein heißer Kandidat für die Top 20.
      Marcus

      1. ja, gar nicht so einfach so eine Liste zu erstellen. Es gibt so manch andere Serie die je nach Gemütslage auch in die Top 10 gehört. (OZ, Les Revenants, weeds(season 1-3), Dexter, Californication (season 1-4), Mad Men, BigBangTheory …) Xanadu gehört definitiv darauf, schon allein für den Mut dieses Thema so drastisch darzustellen. (können auch nur die Franzosen)

        1. Stimmt ;). Wobei das schon stark an die HBO-Serien angelehnt war. Fand es schade, dass arte das danach bisher nicht so konsequent weitergeführt hat. Ihre nächste Eigenproduktion „Dein Wille geschehe“ ist ja ganz nett (und von Erzähltempo und -struktur auch eindeutig bei den US-Kabelserien inspiriert), aber nicht halb so kontrovers.

  3. Mensch, Hari. Wenn du schon so peinliche englische Untertitel wählst, dann sollten die aber wenigstens in korrektem Englisch sein. Schlag mal den Unterschied zwischen „who“ und „that“ nach.

    Lieblingsserien meinerseits:

    – The West Wing
    – ER
    – Lost
    – Oz
    – Breaking Bad
    – Boardwalk Empire
    – Mad Men
    – The Wire
    – Everwood
    – Treme

    Reihenfolge beliebig, bis auf die ersten beiden.

    1. Vor sechs oder sieben Jahren sah deine Liste aber auch noch ganz anders aus, Olsen. ER scheint mir die einzige Konstante in deinem (Serien-)Herzen zu sein ;). Ist aber jetzt von „West Wing“ in deiner Gunst überholt worden?

      1. Vor sechs oder sieben Jahren hab ich eigentlich gerade erst mit Serien angefangen. (Mal abgesehen von ER und Northern Exposure.) Lost war mein Startpunkt, und da war gerade die dritte Staffel durch. Muss also so Sommer 2007 gewesen sein. Aber wenn du dich noch erinnerst: was hätte ich denn damals aufgezählt?

        Und, ja, The West Wing finde ich inzwischen sogar noch besser als ER, weil die Serie weniger Qualitätsabfall über sieben Staffeln hat. Wäre aber sicher auch noch gekommen, wenn sie 15 Staffeln gemacht hätten.

        Letztlich sind die Serien immer besser geworden in den letzten paar Jahren. Da fallen dann ehemalige Lieblinge hinten runter. Aber sich auf zehn zu beschränken, ist auch hart, so fünf andere hätte ich sicher noch mit reinnehmen können.

    2. Du hast natürlich vollkommen recht, ich hab das krank im Bett geschrieben und war definitiv nicht auf 100%. Mea culpa!

      Aber, was du „peinliche“ Untertitel nennst, ist die versteckte 11te Serie. Ich find 10 nämlich auch zu wenig und hätte eigentlich noch gerne 5-10 mehr genannt.

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