Podcast 008: Masters of Sechs

Kurz vor Jahresende blickt auch das serielle Quartett zurück auf die gelungensten neuen Serien 2013. Insgesamt sechs persönliche Favoriten stellen wir vor: die ersten Serien des Sundance Channel „Top of the Lake“ und „Rectify“, die jenseits der USA produzierten „Les Revenants“ und „The Slap“, Netflix‘ „Orange is the New Black“ und Showtimes „Masters of Sex“.

Und Zeit für zwei Flopps haben wir auch noch gefunden. Es loben, kritisieren und fabulieren wilde Thesen: Jens Prausnitz, Lina Kokaly, Jens Mayer und Marcus Kirzynowski. Nachbearbeitung, Schnitt, Intro/Outro: Jens Prausnitz

Link-Tipps:

Die BBC über „Top of the Lake“

Serienschöpfer Ray McKinnon über „Rectify“

Behind the Scenes-Videos zu „Rectify“

„Guardian“-Episodenblog zu „Les Revenants“

arte-Seite zu „The Slap“ inkl. Video-Interviews mit Romanautor Christos Tsiolkas und Schauspielerin Melissa George

Ausführlicher Vergleich zwischen „Orange is the New Black“ und der zu Grunde liegenden Autobiografie

Zwei Interviews mit „Masters of Sex“-Schöpferin Michelle Ashford

 

7 comments

    1. Es gab eine Mail von iTunes, dass bis zum 27. keine neuen Podcasts veröffentlicht werden könnten, aber das scheint dann wohl falscher Alarm zu sein.

  1. Kompliment, da habt ihr euch wirklich geschmackssicher die fünf („The Slap“ kenne ich noch nicht) besten Neustarts des Jahres herausgepickt. 🙂 Wenn ich mir so überlege, dass ich „The Americans“, „Broadchurch“ und auch „Hannibal“ eigentlich auf einem ähnlich hohen Niveau ansiedeln würde, war 2013 wirklich ein extrem starkes Jahr – zumindest was Drama-Serien angeht.

    Mein persönlicher Favorit ist und bleibt ja „Rectify“, weil’s seit „Six Feet Under“ im Grunde keine Serie mehr gab, die mich auf emotionaler UND intellektueller Ebene derart nachhaltig bewegt hat. Kann den von den Jensen gezogenen SFU-Vergleich daher auch gut nachvollziehen, wobei ich mittlerweile noch sehr viel mehr Parallelen zu „Les Revenants“ sehe: Beide Serien handeln im Kern von der Schwierigkeit der Wiedereingliederung eines „Totgeglaubten“ in Familie und Gesellschaft, beide räumen Spiritualität eine große Bedeutung ein und beide leben von einer ganz besonderen Atmosphäre und sehr bedächtigen Erzählweise, die immer wieder auf Flashbacks zurückgreift. Das Genre ist halt ein völlig anderes, aber selbst den Mystery-Aspekt findet man bei „Rectify“ wieder, weil implizit halt doch immer wieder die Frage mitschwingt, ob und in welcher Form Daniel vielleicht doch schuldig ist. Ich für meinen Teil kann zumindest beim besten Willen nicht ausschließen, dass er den ihm angelasteten Mord nicht womöglich doch begangen hat.

    Was euren Versuch angeht, „Trends“ auszumachen, so hab ich das Gefühl, dass die meisten „normalen“ Sender (also jetzt mal HBO und Neulinge wie Sundance und Netflix ausgeschlossen) einfach immer noch viel zu sehr erpicht darauf sind, die Masse anzusprechen und dementsprechend kaum bereit sind, Risiken einzugehen. Daher werden dann eben große Stars engagiert, so viele Spinoffs und Remakes produziert, bekannte und beliebte Stoffe adaptiert oder zuletzt so erfolgreiche Konzepte wie das des Antihelden (eher schlecht als recht) kopiert. Dagegen ist der Druck bei ausländischen Produktionen und neu ins Serienbusiness einsteigenden Sendern wie früher AMC und jetzt eben Sundance und Netflix (House of Cards jetzt mal ausgenommen) wahrscheinlich nicht so hoch, so dass den Autoren da einfach mehr kreativer Freiraum gewährt wird. Und da sehe ich wiederum den Trend, dass der Plot an sich bei solchen kleineren Produktionen immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheint und stattdessen die Charaktere und vor allem das Setting(!) immer wichtiger werden. Ich meine, „Top of the Lake“, „Rectify“, „Les Revenants“ und auch „Broadchurch“ würden in einer Großstadt niemals funktionieren, „Masters of Sex“ und „The Americans“ sind beide tief in einer ganz bestimmten Zeit verwurzelt und diese großartige Figurenkonstellation aus „Orange is the New Black“ kann es in der Form im Grunde auch nur in einem Gefängnis geben. Und ich glaube, das ist es auch, was mich an diesen ganzen guten neuen Serien so fasziniert: dass sie nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern gleich eine eigene, ganz spezifische Welt schaffen, die so lebendig und echt wirkt, dass man gerne Zeit dort verbringt und die Story an sich zweitrangig wird.

    1. Über die Serien der „normalen“, also der Network-Sender, haben wir ja gar nicht erst gesprochen. Was die seit Jahren so machen, ist für mich ein absolutes Armutszeugnis. Quasi, als würde man immer noch Fix&Foxi lesen, obwohl es so viele tolle Autorencomics gibt. Halt Fließbandware, wo endlos die immer gleichen Konzepte variiert werden. Wenn ich da dran denke, was für hervorragende Serien die in den 90ern/Nullern noch produziert haben, ist das echt traurig.

  2. Meinte nicht nur die Network-Sender, ich seh bei Kabelsendern wie AMC, Starz, Showtime oder auch FX dasselbe Problem, wenn auch nicht ganz so stark ausgeprägt.

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