Von „Timm Thaler“ bis „KDD“: Reclam versammelt die „Klassiker der Fernsehserie“

Reclam

Zum Schmökern ist dieses Buch definitiv nicht geeignet. Vielmehr fällt es in den Bereich der Fachbücher, die lexikalisch aufgebaut ein bestimmtes Themenfeld erschließen. In diesem Fall widmet sich Reclam den Klassikern der Fernsehserie. Doch: Was definiert einen Klassiker?

In der Einführung, die eine kleine wissenschaftliche Abhandlung über Geschichte und Gegenwart der Serientheorie ist, erläutern die Autoren ihre Beweggründe für die Einstufung als Klassiker: „Die berücksichtigen Serien zeichnen sich dadurch aus, dass sie genreprägend, ästhetisch, narrativ oder formal innovativ, gesellschaftlich bedeutsam, zeit- und/oder fernsehgeschichtlich relevant, programmprägend waren oder Kultstatus besitzen.“ Demzufolge sortieren die Autoren die Serien chronologisch ein und bieten in den Einzelartikeln Hintergrundinformationen über die Handlung sowie die Auswirkungen der jeweiligen Serie und stellen sie in den TV-historischen Zusammenhang.

Sachkundig wird der Leser über die Besonderheiten des Genres informiert, dem die Serie zuzurechnen ist. Die Bandbreite reicht dabei von „Timm Thaler“ als Begründer der Weihnachtsmehrteiler im ZDF über „Dallas“ als Vorbild für ein spezielles Erzählmuster bis zum „KDD“, der den traditionellen Fall der Woche à la „Derrick“ als Krimi-Muster im deutschen Fernsehen durchbricht. Mag man auch nicht mit allen Autoren übereinstimmen – und dass „Futurama“ nur noch in Form von Direkt-für-DVD-Produktionen läuft, ist ein Irrtum des Autors des „Simpsons“-Artikels –, ist der Band doch eine willkommene und erschwingliche Bereicherung für die eigene Fachbuchbibliothek. (Christian Spließ)

Thomas Klein, Christian Hißnauer (Hrsg.): „Klassiker der Fernsehserie“ Reclam 2012. 332 Seiten, SC, 8,80 €

 

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