Back (in Beirut): „Homeland“ S02E01+02

Zurück in der arabischen Welt: Carrie (Claire Danes, r.) und ihr väterlicher Freund Saul (Mandy Patinkin); Foto: Showtime

Inhalt: Carrie erholt sich in ihrem Elternhaus mehr schlecht als recht von ihrem psychischen Zusammenbruch, als ihre ehemaligen CIA-Kollegen mit einem neuen Auftrag an sie herantreten: Sie soll in Beirut eine einheimische Informantin treffen, die sie selbst vor Jahren rekrutiert hat. Unterdessen bekommt Brody, der inzwischen Kongressabgeordneter geworden ist, vom Vizepräsidenten das Angebot, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen als dessen running mate zu kandidieren, also als sein Nachfolger. Carrie erhält in Beirut Informationen über ein geplantes Treffen von Abu Nazir, das die CIA nutzen will, um ihn währenddessen gefangenzunehmen. In letzter Minute wird allerdings Brody von seinem Protegée in die Aktion eingeweiht…

Kritik: Nachdem die Showtime-Serie mit ihrer ersten Staffel die wichtigsten Branchenpreise vom Golden Globe bis zum Emmy einheimsen konnte, startete vergangene Woche in den USA die heiß erwartete zweite Staffel. Erstmals haben auch deutsche Zuschauer die Möglichkeit, die neuen Folgen ganz legal unmittelbar nach US-Erstausstrahlung über den heimischen iTunes-Store abzurufen. Aber gelingt es der Show, das Niveau zu halten, auf dem sie 2011 so furios gestartet ist?

Die erste neue Folge beginnt noch etwas gemächlich; das war allerdings bei der ersten Staffel auch nicht anders. Zunächst gilt es, die Zuschauer nach dem Zeitsprung auf den aktuellen Stand zu bringen, was die derzeitige Situation aller Hauptfiguren angeht. Spätestens, wenn Carrie wieder im Einsatz ist und sich in Beirut ihrer Verfolger entledigen muss, steigt aber die Spannungskurve. Die zweite Episode zieht das Tempo dann noch deutlich an, wenn es zum Versuch kommt, den Terroristenführer auszuschalten. Hier werden auch erstmals in dieser Staffel wieder die beiden Handlungsstränge von Carrie und Brody meisterhaft – wenn auch etwas unrealistisch – verknüpft. Neben aller Spannung bleibt aber auch wieder Zeit für ruhigere Chraktermomente, etwa zwischen Brody und seiner Tochter.

Schauspielerisch sticht wieder Claire Danes hervor, die erst kürzlich völlig zu Recht ebenfalls mit einem Emmy als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Insbesondere in der zweiten Folge liefert sie mit einem Gefühlsausbruch der zwischen intuitiver Überzeugung, Unsicherheit und Verzweiflung über ihren eigenen Nervenzustand schwankenden Carrie eine Bravourvorstellung ab. Das Ende der Episode bringt dann einen unerwarteten Cliffhanger, der den gesamten Status Quo der Erzählung ins Wanken bringt. Auch in der zweiten Staffel bleibt „Homeland“ somit unvorhersehbar und ein absolutes must see.

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