„Hell on Wheels“ S1 E01

Ein ungleiches Duo und jede Menge Versprechungen: Promobild für die neue Show; Abb.: AMC

Am Sonntag startete in den USA die neue AMC-Westernserie um den Bau der transkontinentalen Eisenbahn und einen einsamen Rächer. Die Pilotfolge konnte die hohen Erwartungen durchaus erfüllen.

Inhalt: Cullen Bohannan ist ein Mann mit einer Mission – sein Ziel ist Rache. Rache an den Männern, die im amerikanischen Bürgerkrieg seine Frau getötet haben. Deren Spur führt den ehemaligen Südstaaten-Soldatenkurz nach Ende des Krieges in die Zeltstadt „Hell on Wheels“, die die Baustelle einer transkontinentalen Eisenbahnverbindung der Union Pacific begleitet. Während deren Boss Thomas Durant jeden Trick anwendet, um mehr Steuergelder einzukassieren, heuert Bohannan als Vorarbeiter an – ausgerechnet bei einem Trupp schwarzer Arbeiter, obwohl oder gerade weil er früher selbst Sklaven besass. Der neue Job gibt ihm Gelegenheit, seinen Vorgesetzten auszuhorchen, den er für den Tod seiner Frau verantwortlich macht.

Kritik: Selten genug startet in den USA eine neue Westernserie, umso größer war die Vorfreude auf die neue Serie des inzwischen für seine anspruchsvollen Eigenproduktionen bekannten Kabelsenders AMC. Die Auftaktfolge fällt nicht atemberaubend aus, aber doch viel versprechend. Set Design und Landschaftsbilder sind perfekt, das Tempo zügig und die Schauspieler durchweg solide. Hauptdarsteller Anson Mount erinnert mit seinem Vollbart ein wenig an Viggo Mortensen in „The Road“, überzeugt aber durchaus als schweigsamer Rächer. Colm Meaney ist nach „Star Trek“ endlich mal wieder in einer Serienrolle zu sehen – diesmal gibt er den Bösewicht hinter großbürgerlicher Fassade. Ansonsten ist im Piloten alles drin, was man von einem Western erwartet: hilflos-naive Siedler, todbringende „wilde“ Indianer, der Widerstreit zwischen Zivilisationsbemühungen und Sündenpfuhl und natürlich reichlich Männer mit dunklen Geheimnissen. Das mag alles nicht originell sein, bietet aber genügend Stoff, um zu einer packenden Geschichte ausgebaut zu werden.

Ansonsten gibt es ein bisschen Sex und viel Gewalt. Hälse werden in Großaufnahme von Pfeilen durchstoßen, Männern bei lebendigem Leib der Skalp abgetrennt (das alles übrigens in den USA ab 14 freigegeben). Das reicht quantitativ schon an HBO-Serien in vergleichbar brutalen Milieus heran. Interessant ist der Ansatz, eine schwarze Hauptfigur einzuführen. Die Position dieser Ethnie bleibt sonst im Genre zwischen all den Cowboys and Indians-Konflikten meist unbeleuchtet.

Bewertung: 4 von 6 Sternen

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